Koch, Du Otto!

…von Studierenden für Studierende

Saure Bratwürste nach Oberpfälzer Art (für Oberfranken: „Blaue Zipfel“)

„In Franken sind sie als „blaue Zipfel“ beliebt, doch auch in der schönen westlichen Oberpfalz (das „Grenzland“ zu Franken) findet man sie in jedem Dorfgasthaus: Die Rede ist von sauren Bratwürsten, im Volksmund auch als „Sauerne“ oder „Saure“ bezeichnet.
Sauerne zu kochen ist einfach, schnell und preiswert und damit bestens für den studentischen Haushalt geeignet. Ich esse sie am liebsten am Wochenende zu Mittag, aber auch als aufgewärmter Snack am Abend sind sie ideal. Die Würste entpuppen sich außerdem als Wundermittel nach langen und anstrengenden (Wochenend-)Nächten, da sie aufgrund des sauren Geschmacks dem Kater entgegenwirken. Geheimtipp: Die Sauernen im Sud über Nacht im Kühlschrank stehen lassen, dann ziehen sie ordentlich durch und schmecken noch intensiver! „
von André Haller

 Sauerne_Zutaten

Zutaten für 2 Personen:

  • 6-8 große, dünne Bratwürste* (fein, können aber auch grob sein)
  • 2-3 große Zwiebeln
  • Etwas Essigessenz (25% Säure) oder weißer Essig
  • 3-5 TL Salz
  • 2-4 Lorbeerblätter
  • 4-7 Pimentkörner
  • 6-8 Wacholderbeeren
  • 1 getrocknete oder frische Chilischote (gibt dem Sud eine angenehme Schärfe)
  • Ca. 2-3 TL Zucker
  • Etwas gemahlener Pfeffer
  • 2 helle Vollbier (keinesfalls aus der „Brauerei“ Oettinger!)
  • Als Beilage: Bauernbrot oder notfalls Semmeln

*Die besten Bratwürste gibt es natürlich in der Oberpfalz, speziell in der Region Amberg-Sulzbach. Wer nicht die Möglichkeit hat dieses touristische Kleinod zu besuchen, kann sich aber auch in einer oberfränkischen Metzgerei eindecken. Ich empfehle den Kauf von dünnen Bratwürsten mit feinem Hack als Füllung. Die grobe Mischung kann man jedoch auch verwenden, das kommt ganz auf den Geschmack an!

 Sauerne

Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten

1)      Der erste Schritt besteht im Öffnen der ersten Flasche Bier. Hier gilt: Wer leider kein Helles aus der Oberpfalz (vornehmlich aus der Privatbrauerei Fuchsbeck aus Sulzbach-Rosenberg) zur Hand hat, kauft Qualitätsware aus Bamberg und Umgebung. Der Saure-Kenner weiß: Beim Bier spart man nicht! Seien Sie bayerischer, beziehungsweise fränkischer, Patriot und unterstützen Sie das örtliche Brauereihandwerk! Anschließend nimmt man einen guten Schluck vom Bier und stellt es fürs Erste zur Seite.

2)      Dann muss man die Zwiebeln schälen und in feine Ringe schneiden. Dazwischen das Wasser (ca. 1,5l) erhitzen. Die Zwiebelringe anschließend in das kochende Wasser geben, etwas Essigessenz und die Gewürze (Lorbeerblätter, Salz, Pimentkörner, Wacholder und Chili) dazugeben. Der Sud sollte natürlich sauer sein, also nicht mit Essig geizen, aber nicht zu viel hineinschütten! Den Sud solange kochen, bis die Zwiebeln weich sind, dann mit Salz, gemahlenem Pfeffer und evtl. Essig nachwürzen. In der Zwischenzeit kann man ein bisschen Bier trinken und sich mit den Gästen unterhalten.

3)      Nun wird es wichtig: Der Zucker dient dazu, die Schärfe aus dem Sud zu nehmen. Wer es saurer haben möchte, benutzt weniger Zucker und andersherum. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt und man sollte natürlich öfter abschmecken.

4)      Wenn der Sud passt können die Bratwürste hinein. Bitte spätestens hier den Herd zurückdrehen, sodass der Sud nur noch sehr leicht köchelt, aber nicht mehr kocht. Die Würste garen dann etwa 15-20 Minuten im Sud bis sie durch sind (Anm. d. Red.: Sie fühlen sich dann fest an, ähnlich wie bei Weißwürsten). Während der Wartezeit könnte man zur Belohnung erneut das Bier genießen.

5)      Die Sauren anschließend herausnehmen, in den Teller legen und mit Zwiebeln und Sud übergießen. Ich würze dann gerne mit Pfeffer und manchmal auch Chiliflocken nach, aber auch hier steht der persönliche Geschmack an erster Stelle. Als Beilage eignet sich Bauernbrot am besten, man kann aber auch Semmeln nehmen.

6)      Nun das zweite Helle öffnen und die original Sauren genießen! 😉

Anmerkung der nachkochenden Redakteurin: Ich habe die Sauernen zwei original „Preußen“ vorgesetzt und was soll man sagen, ich hab nur Lob geerntet! Es ist wirklich einfacher, als man denkt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 23, 2013 von in Besondere Empfehlungen, Heimweh-Essen, Ofenlos.
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